Lernen ohne Schule? Sugata Mitras neuer Geniestreich

„Es gibt Orte, an denen man einfach keine Schule bauen kann. Noch viel häufiger gibt es Orte, an denen es Schulen gibt, aber gute Lehrer wollen oder können nicht dorthin gehen. Was tun Sie dann? Denn Kinder gibt es überall. Und genau dies versuche ich anzugehen.“ (Sugata Mitra)

Nach seinem bahnbrechenden Hole-in-the-Wall-Projekt, welches Kinder in Slums mit Lernstationen in Mauerlöchern zum selbständigen Lernen bewegte, richtet sich auch Mitras neue Idee an diejenigen, die von herkömmlichen Bildungssystemen ausgeschlossen sind oder nur sehr schwer erreicht werden. Mitra benutzt die Möglichkeit zur kostenlosen Videokonferenz via Skype und rekrutierte hunderte freiwillige Omas in Newcastle – die UK Granny Cloud. Diese Großmütter helfen einmal wöchentlich und online Kindern in Indien bei ihrer Ausbildung.

UK-India-BBC-Sugata-Mitra-Granny-Cloud

Sugata Mitras Granny Cloud ist nicht nur ein großartiges Beispiel für innovation im informellen Bildungssektor, sondern zeigt auch auf, wie eine Zusammenführung der alternden westlichen Gesellschaften mit in den jüngeren Gesellschaften in Entwicklungsländern gelingen kann. Interkulturelle Bildung dank neuer Technolgien. Val Almond, eine freiwillige Lehrerin drückt es so aus: „So viele Kinder auf der Welt haben keinen Zugang zu Bildung. Aber mithilfe der neuen Technologien gelingt es uns, auch die ärmsten Kinder zu erreichen.“ Bildung für alle statt Schule für alle. Der innovative Beitrag eines Querdenkers.

Stellt mehr Computer außerhalb des Klassenzimmers auf

Quelle: www.hole-in-the-wall.com

Nein, dies ist kein Geldautomat. Dies ist nichts anderes als ein Loch in der Wand, zumindest dem Namen nach. Doch das Hole-in-the-Wall-Projekt bietet eine überraschend neue Sicht auf den Lernprozess, indem es mit den traditionellen Grenzen des Lehrens und Lernens in der Schule bricht.

Der Gründer Sugata Mitra nannte seinen Ansatz „Minimally Invasive Education“ und beschreibt damit wie Kinder in unbeaufsichtigten Umgebungen lernen. Diese Bezeichnung ist aus einem Lernexperiment abgeleitet, das er das Lernen im Jahr 1999 durchgeführt hat.

Hole-in-the-Wall stellt einfach computerunterstützte Lernstationen auf die Spielplätze der Kinder. Dieses Konzept bestärkt Kinder im kollaborativen Lernen und ermutigt zu erforschen, zu lernen oder einfach spielerisch neues zu entdecken.

Sie kann als eine Lernumgebung betrachtet werden, die Kindern in benachteiligten Gemeinden gemeinsam besitzen und benutzen. Die gesamte Idee basiert auf einem Grundvertrauen in die Kraft des gemeinsamen Lernens und die natürlichen Neugier der Kinder.

Bis heute hat Hole in the Wall Education Limited (HiWEL) rund 300 Lernstationen eingerichtet, die rund 300.000 Kinder in Indien und mehreren afrikanischen Ländern beim Lernen unterstützen. Ich denke, es ist eine großartige Idee und bin überzeugt, dass diese nicht nur in Entwicklungsländern, sondern überall in der Welt wirksam eingesetzt werden kann. Stellt einfach mehr Computer-und Lernstationen außerhalb des Klassenzimmers auf!

In einem Video auf CNN berichtet Sara Sidner über das Hole-in-the-Wall-Projekt und setzt es mit Danny Boyles preisgekröntem Film Slumdog Millionär in Verbindung. Äußerst spannend!